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PECH-Regel bei Sportverletzungen - ein veraltetes Modell?

12. Mai 2009 | Kategorie: Training, Sportverletzungen

Die PECH–Regel ist seit vielen Jahren ein oft angewendetes Schema zur Erstversorgung von Sportverletzungen. Auch wenn die einzelnen Schritte der PECH–Regel in der ersten Hilfe durchaus ihre Berechtigung finden, sollte die Reihenfolge und der tatsächliche Nutzen kritisch hinterfragt werden.

P = Pause

E = Eis 

C = Compression

H = Hochlagern

 

Welches Ziel wurde mit der PECH – Regel verfolgt?

 

Sportverletzungen werden oft von einer Schwellung, einem Hämatom und Schmerz begleitet. Die PECH–Regel verfolgt das Ziel, einer Schwellung oder Einblutung entgegenzuwirken und Schmerzen zu lindern. Ob das mit der PECH-Regel wirklich erreicht werden kann, gilt es herauszufinden. Um den Sinn und die Wirkung der einzelnen Schritte zu verstehen, sollte man sich die physiologischen Reaktionen im Körper vor Augen halten, die bei Verletzungen ablaufen.

Bei jeder Verletzung kommt es zu einer Gewebeschädigung bei der Zellen und Blutgefäße betroffen sind. Eiweiße gelangen jetzt ungehindert aus den Blutkapillaren in den extrazellulären Raum. Da Eiweiße Wasser binden, bildet sich jetzt an der Verletzungsstelle ein Ödem (Schwellung).

Sinnvoll wäre es, die Eiweiße von der Verletzungsstelle abzutransportieren. Doch weder Kompression, Eistherapie noch eine Hochlagerung können einen Abtransport der Eiweiße und somit einen Schwellungsrückgang bewirken.
Das Lymphsystem ist das einzige System, das Eiweiße und überschüssige Flüssigkeit abtransportieren kann.

Das soll nicht heißen, dass die PECH–Regel sinnlos ist! Doch sollte überlegt werden, welche Maßnahmen wirklich zum Einsatz kommen sollten und vor allem wann.

 

Die neue Formel!

 

P = Pause

Bei einer Verletzung des Bewegungsapparates sofort mit dem Sport aufhören. Es gilt, die betroffene Region / Körperteil für ca. 2 Tage ruhig zu stellen oder ausschließlich im schmerzfreien Bereich zu mobilisieren, um weitere Verletzungen zu verhindern.

C = Compression

Die Kompression ist die beste Erste Hilfe-Maßnahme, um Schwellungen vorzubeugen. Es kommt zu einer Erhöhung des Gewebedrucks, wodurch die Resorption der Eiweiße gefördert wird. Entscheidend ist es, dass es in den ersten drei Minuten nach der Verletzung passiert. Meist stehen in diesen Zeitraum nur die eigenen Hände zur Verfügung. Danach können Druckverbände angelegt werden.

H = Hochlagern

In der akuten Phase kann der verletzte Körperbereich hochgelagert werden, um den venösen Rückstrom zu fördern.

 

!! Achtung: Eine Eisanwendung sollte nur im Sinne der Schmerzlinderung eingesetzt werden. Ansonsten ist die Eistherapie bei Sportverletzungen kontraindiziert !!

 

Vorbeugen von Sportverletzungen

 

Viele Schäden und Verletzungen können durch richtiges Verhalten vermieden werden.
Zur Vorbeugung sollten grundlegende Aspekte bedacht werden:
- optimales Training, zugeschnitten auf die individuellen körperlichen Bedingungen

- Überlastungen, werden so vermieden

- Training und Wettkampf richtig vorbereiten

- den Körper auf die folgende Belastung gut vorbereiten

- eine ausgewogene und richtige Ernährung, denn der Körper braucht und verbraucht bei jeder Belastung Nährstoffe, um leistungsfähig zu bleiben

- bei Krankheit, einer noch unvollständig ausgeheilten Verletzung oder wer müde und unkonzentriert ist, sollte sein Training daran anpassen und entsprechend regulieren. Der Körper ist in diesen Fällen nicht so leistungsfähig wie unter „normalen“ Umständen.  

- die richtige Sportausrüstung, der jeweiligen Sportart angepasst